HAUSBESETZUNG MIT FOLGEN


 

Nach der Hausbesetzung im Juli wurde der Stadtgemeinde Neufeld in den vergangenen Tagen ein Konzept vorgelegt, das von der Gemeindeleitung sehr positiv aufgenommen wurde.

(siehe Pressemitteilung der Stadtgemeinde Neufeld).

Auf Grund der Größe des Hauses und den damit verbundenen Kosten galt es, weitere Nutzer zu finden, die mit unserem Anliegen an einen freien Kunstraum korrespondieren.

Das GRENZWERK soll ein freier Raum für Kunst und Kultur im alten Beamtenhaus in Neufeld sein, eine Schnittstelle, an der künstlerische, gesellschaftliche und historische Fragen aufgeworfen und thematisiert werden.

Diesen drei Aspekten soll konkret in einer Galerie für zeitgenössische Kunst und Ateliers für junge KünstlerInnen aller Sparten, einem Arbeiterarchiv / Arbeitermuseum und im Fred Sinowatz Institut Raum gegeben werden. Dort sollen diese unabhängig voneinander agieren, aber – inhaltlich verknüpft – aufeinander reagieren und so unsere Anliegen an ein überparteilich organisiertes Haus für Kunst und Kultur in Neufeld verdeutlichen.

Inhalt und Ort verknüpfen sich im letzten unverändert erhaltenen Gebäude aus der Hanf-Jute-Zeit Neufelds, dem alten Beamtenhaus in der Rennerstrasse, in idealer Weise.

Presseerklärung der Gemeinde Neufeld/L


 

Presseerklärung „Projekt Grenzwerk“ – Ateliers, Arbeiterarchiv und Arbeitermuseum, Fred Sinowatz Institut

 

Die Vertreter der Stadtgemeinde Neufeld/L. wurden kürzlich von VS-Direktorin Beate Sinowatz und den beiden Neufelder Künstlern Elke Mischling und Hans Wetzelsdorfer mit den Projektvorstellungen „Grenzwerk“, bestehend aus den Einzelvorhaben „Ateliers und Galerie“, „Arbeiterarchiv  bzw. Arbeitermuseum“ und „Fred Sinowatz Institut“, welche allesamt im Gebäude des alten Beamtenwohnhauses, Dr. Karl Rennerstraße 1 untergebracht werden sollen, konfrontiert.

Insgesamt betrachtet ist dieses Projekt gerade für die kulturell immer sehr aufgeschlossene und an der geschichtlichen Aufarbeitung stets interessierte Gemeindevertretung der Stadtgemeinde Neufeld/L. sehr reizvoll. Man ist daher, gemeinsam mit den Proponenten dieses Projektes daran gegangen, vorerst unter Zuhilfenahme des Bautechnikers der Stadtgemeinde Neufeld/L. ein Raumprogramm auszuarbeiten, welches auch den Platzbedarf und die Bedürfnisse des neben besagten Gebäudes befindlichen Kulturzentrums Dr. Fred Sinowatz abdecken könnte.

Danach wird man an die Kostenermittlung der hierfür notwendigen Baumaßnahmen gehen, um einen Finanzplan zu erstellen und die Finanzierbarkeit aller Maßnahmen zu prüfen, vor allem auch alle Fördermöglichkeiten für ein derartiges Projekt auszuloten.

Bürgermeister Lampel dazu: „Ein überaus interessanter Projektvorschlag, vor allem die Kombination mit dem Fred Sinowatz Institut würde ein weiterer Schritt sein, das Wirken des größten Neufelder Sohnes, Bundeskanzler a.D. Dr. Fred Sinowatz  zu würdigen. Nun gilt es in gemeinsamer Kleinarbeit aller Beteiligten und Interessierten die baulichen Bedürfnisse ebenso auszuarbeiten, wie auch eine Finanzplanung zu erstellen, um die Realisierungsmöglichkeiten aller Schritte genau abzuwägen.  Die Aufgaben wurden verteilt, die nächsten Termine fixiert – ein Startschuss für die Raum- und Finanzplanungsstudien sozusagen gegeben.“

Burgenländische Künstler besetzen Haus in Neufeld/L Burgenland.


Das ehemalige Beamtenhaus in der Rennerstraße neben dem jetzigen Kulturzentrum steht seit langem leer und ist Eigentum der Stadtgemeinde Neufeld. Nach mehrmaliger Ablehnung durch die Gemeindeführung, in diesem Gebäude Raum für die freie Kunstszene zu schaffen, haben wir dieses Objekt besetzt.

WIR FORDERN:

EINEN SELBSTVERWALTETEN AKTIONSRAUM, WERKSTÄTTEN UND ATELIERS FÜR DIE FREIE KUNSTSZENE

Warum wir dies fordern:

Um als freie Künstler wahrgenommen zu werden, müssen wir unsere Arbeiten, Werkstätten, Ausstellungsräume meistens selbst organisieren und finanzieren.  Bildende Künstler stellen in vielen öffentlichen Räumen (z.B.: Banken, Hotels, Kulturzentren, Galerien, Cafés, Heurigen) aus. Sie stellen sicher 50 % der bildenden Kunst, die im Öffentlichen Raum im Burgenland gezeigt wird, frei, ohne Netz oder Finanzierung her, bekommen aber nicht einmal  5% vom gesamten burgenländischen Kulturbudget. Sie bestreiten Ausstellungen, Ankäufe bleiben oft aus.

Um Beachtung in der Öffentlichkeit zu erlangen, müssen freie Künstler ihre Ressourcen bis an die Grenzen ihrer existenziellen Grundlage ausreizen. Daher wollen wir Räume, in denen wir kostengünstig unsere künstlerische Arbeit machen und diese dann auch ausstellen können.

Mit der Besetzung des Gebäudes wollen wir die Substanz des Gebäudes für die freie Kunst nutzbar machen. Die Räumlichkeiten sollen Künstlern aller Kunstrichtungen offen stehen. Wir wollen somit die Möglichkeit für unkommerzielle – selbstverwaltete Kunst schaffen.

13. Juli 2012 Elke Mischling / Hans Wetzelsdorfer

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